Geschichte

Seit Menschengedenken gibt es Plastiken und Skulpturen. Sie gehören zu den ältesten Kunstformen der Menschheitsgeschichte und sind bereits mehrere zehntausend Jahre vor Christi Geburt belegt. Kein Wunder also, dass sie bis heute ähnlich viele Stilrichtungen durchliefen wie die Malerei.

 

Im alten Ägypten wurden vorrangig figürliche Skulpturen erschaffen. Darstellungen des Menschen, meist der Herrschende. Von der kleinen Goldfigurine bis hin zur riesigen Statue. Noch war alles recht abstrakt, stereotyp-idealisierend und blockhaft gehalten. Die Figuren waren starr frontal ausgerichtet, die Arme lagen eng am Körper und die Gesichter waren starr und unnahbar.

 

Im Rom wie auch im Griechenland der Antike wurde bereits mehr Wert auf die naturnahe Darstellung des Menschen gelegt. Auch hier wurde noch idealisiert und mit Stereotypen gearbeitet, doch die Gesichtszüge wurden zum Teil mit individuellen Merkmalen belebt. Götter, Herrscher und Athleten waren häufige Motive. Allmählich kam nun Bewegung ins Spiel der Körper. Es entwickelte sich der sogenannte Kontrapost. Hierbei wird ein Bein der dargestellten Figur belastet (Standbein) und eins entlastet (Spielbein). Die Beckenhaltung wird dadurch leicht schräg, was lebendig wirkt.

 

Im Mittelalter von ungefähr 1100 bis 1400 waren die Skulpturen vornehmlich christlich-religiös geprägt. Sie zierten die Portale der grossen Kathedralen, schmückten Innenräume und dienten der Heiligenverehrung. Im frühen Mittelalter ging die Bewegung, die die Antike erschaffen hatte, wieder verloren und blieb es mehr oder weniger bis zum Aufkommen der Renaissance (circa 1400 – 1600).

 

Diese war geprägt von antiken Vorbildern. Die Skulpturen standen frei und sollten so realistisch wie möglich wirken, auch der Kontrapost fand seine Anwendung. Der wichtigste Vertreter ist Michelangelo.

 

Mit dem 17. Jahrhundert und dem Barock wurden die Figuren noch dynamischer. Leidenschaftliche Themen aus Mythologie und religiösen Schriften aber auch Allegorien waren häufige Themenlieferanten.

 

Der Klassizismus des 18. und 19.Jahrhunderts wendete sich von barocker Überschwänglichkeit ab. Die Skulpturen wirkten glatter, fliessender. Sie waren der puristischer und weniger überladen als die der vorangegangenen Jahrhunderte.

 

In der Moderne fand eine rasante Entwicklung statt: neuartige Materialien und eine Demokratisierung der Kunst machten Experimente möglich. Plötzlich war alles erlaubt: Vom christlichen Motiv bis hin zu exotischen Vorbildern, vom Marmor bis hin zum Metall. Es ging nicht mehr darum, die Wirklichkeit abzubilden.  Sondern Inneres: Skulpturen und Plastiken wurden abstrakter, symbolischer. Ausdrucksflächen für Subjektivität.

 

Mit dem Aufkommen von Fernseh- und Videokunst hat die Skulptur seit den 1980-er Jahren  nun auch ganze Räume mit bewegten Bildern und Akustik erobert. Gattungsgrenzen werden so zunehmend ausgehebelt.